, von Burg Tobias

Vereinsreise 2024

Die diesjährige Vereinsreise führte uns nach Salgesch ins wunderschöne Wallis.

Dearest gentle readers

This author finds himself compelled to impart the news of the most exciting event of the season!

Oder einfach auf Walliserdeutsch "Güeta Tag" oder "Güeten Abund" Üüüeli

Die Vereinsreise 2024 führte uns dieses Jahr nach Salgesch ins wunderschöne Wallis. Es erwartete die 24 angemeldeten Turner ein äusserst spannendes Programm - durchgeführt und geplant von Zubinden Senior und Junior. Doch wo soll man beginnen? Die einzigartige Anreise mit dem Lutz-Bus?, die interessante Wein-Wanderung?, die Entdeckung des Dino-Eis?, der Raclette-Plausch?, oder bei der Mount Everest Besteigung?

Um die Leserin oder den Leser (heute muss man ja gendern) nicht zu verwirren, ist dieser Bericht chronologisch verfasst worden. Nein "chronologisch" ist kein Walliser Wort und die Bedeutung ist folgende: in richtiger Reihenfolge zeitlich geordnet.

Am Samstag, 14.09.2024 besammelten sich die Turner (und auch einige Turnerinnen) bereits um 07:00 in Lommiswil für die diesjährige Vereinsreise. Die müden Äuglein einiger Turner liessen erahnen, dass der Vorabend doch länger ging als gedacht. Wie zu hören war, wollten sich einige (die jüngere Generation) beim "Schüttelbecher" trinken im Spanier in Solothurn beweisen. An dieser Stelle noch ein grosses Merci an Nina G.! Wir hoffen du kannst die gezahlte Schüttelbecher-Runde bei der DR abrechnen 😉 (auch wenn euer Budget knapp ist). Jetzt aber zurück zur Vereinsreise. Da nicht mehr alle Turner in Lommiswil beheimatet sind, wurde ein Zwischenstopp in Solothurn und Bern gemacht. Die "Solothurner", "Zuchwiler" und "Biberister" (mit Solothurner Postleitzahl), welche in Solothurn zustiegen, wurden herzlich vom Cheff-Chauffeur Zubinden Senior in Empfang genommen. Leider waren nicht ganz alle pünktlich und so musste man auf den Lehrer warten. Mit einer Anstandsverspätung konnte es dann aber weitergehen. Wie bereits erwähnt, stand das Ziel Wallis im Vorfeld fest und die Turner waren entsprechend bekleidet (Wanderausrüstung). Wir werden später mehr über angemessene oder wie in einigen Fällen unangemessene Kleidung erfahren. Unser Pädagoge war sich bei der Auswahl der Kleider am Morgen nicht sicher und fragte wärend der Fahrt: "heit dir aui e Jacke mitgno?" "Ääää de hätti eue gschidder au eini ipackt". Nun gut, kein Problem, denn der Lutz-Bus hat seinen Namen nicht umsonst. So konnten sich die Zähne klappernden Turner ohne Probleme aufwärem. Bereits um 08:00 wurden warme Getränke und frisches kühles Hopfengold verteilt - die Anreise war in "vollem" Gange. Einzig Schnyder alias Eskimo half der warme Tee nicht und bereits bei der ersten Pause musste das Thermo-Shirt angezogen werden. Wenn wir schon bei Pausen sind, folgendes: Um nicht zu dehydrieren muss viel getrunken werden - für die Turner aus Lommiswil nichts Unbekanntes. Folglich wurde aber praktisch jeder Rastplatz angefahren für eine "Pipi-Pause".

Nach etwa 2.5 Stunden erreichte die Truppe das erste Ziel: Das Salzbergwerk von Bex. Ein Besuch ist äusserst lohnenswert und wir können die Führung nur empfehlen. An Bord des Grubenzugs und auf den Spuren der Bergarbeiter erhielten die Turner einen sehr spannenden Einblick in die Welt der Salzminen. Besonders interessant waren die auf französisch gehaltenen Erklärungen. K. H. aus Lommiswil konnte sich sogar "aktiv" mit einem Kopfnicken an der Diskussion beteiligen. Sein Bruder, neu bekannt unter dem Namen Üüüeli, meldete sich sogar zu Wort und beantwortet eine Frage unseres Guides. "Für was wird Salz gebraucht?" Da einige Minuten zuvor die Erklärung und Auflösung der Frage auf französisch gemacht wurde, unser hoch intelligenter Üüüeli das Wort conserver aufschnappte, liess er es sich nicht nehmen und packte seine Gelegenheit. Très bien Üüüeli, très bien! Ein wahrer Bilingue!

Nach gut 2.5 Stunden französisch Unterricht (unser Lehrer war anscheinend Zufrieden - hat aber wahrscheinlich auch nicht viel verstanden) ging es zurück an die Erdoberfläche. Dort wurde noch kurzerhand das Salz-Lädeli leer gekauft (schliesslich sind wir ja Touristen) und man war bereit für die Weiterreise. Bevor es aber weitergehen konnte, verköstigte uns unser Car Chauffer und Küchen-Cheff Zubinden Senior mit Cervelat und Brot. Gestärkt ging es weiter zum Endziel Salgesch, wo eine Weindeguststion inklusive Wein-Wanderung auf uns wartete.

Zum Glück gibt es GPS! Ah nein, bei Zubindens wird die Route noch wie früher auf Papier ausgedruckt. Die Salzminenführung beanspruchte ein bisschen mehr Zeit als eingeplant und so war man ein bisschen in Verzug. In Salgesch respektive bei der Unterkunft angekommem musste es schnell gehen. Gepäck ins Zimmer, Tenü erstellen und weiter gehts. Die Zimmer waren wie immer schnell verteilt, das Motto: Nicht mit den Hofer's ins Zimmer. Denn wenn die Bärenmutter schläft, dann schläft sie! Die Verteilung war dementsprechend wie folgt: das Senioren-Zimmer (die Jung gebliebenen), die Bärenhöhle und das Youngster-Zimmer (Boxkampf Arena). Aber Achtung! Beim Anblick der Zimmer schluckten die Turner erst einmal leer. In den Zimmern befanden sich Dreistöckige Betten. Die obersten Betten erreichte man über eine Leiter und für den Aufstieg hätte man ein Klettersteig-Set gebrauchen können. Nicht ganz ungefährlich bedenkt man den Zustand, bei dem einige Turner in die Unterkunft zurückfinden könnten. Zum Glück der Turner war Lutz-Bus Navigator Zubinden Junior auch eine ausgebildete Gebirgs-Geis. Somit bestand zu keiner Zeit irgendeine Gefahr für die Turner und es konnte weitergehen zur Weindegustation.

Der Turnverein wurde in der Weinkellerei Cave du Rhodan von der Familie Mounir herzlich in Empfang genommen. Die Weinkellerei ist ein Familienbetrieb und wird bereits in der 3. Generation der Familie Mounir geführt. Das Familienunternehmen kann auf erfolgreiche Jahre zurückblicken und erhielt diverse grosse Auszeichnungen (z.B. Weltmeistertitel im Jahr 1972). Somit ebenbürtig dem Turnverein, welcher in der letzten Saison auch grossartige Erfolge (KTF Turnfestsieg der Jugend und 2. Platz im 3-teiligen Vereinswettkampf in der 3. Stärkeklasse bei den Aktiven) verzeichnete. Wie uns vor Ort erzählt wurde, war vor einigen Tagen Viola Amherd zu Gast in eben dieser Weinkellerei. Dass nun der Turnverein sich ebenfalls zu der exklusiven Gästeliste der Mounir’s zählen kann, freute uns natürlich umso mehr. @Viola Amherd: Komm doch einmal nach Lommiswil und besuche den erfolgreichen Turnverein und die Jugi – die anschliessende Pizza im Terrace würden wir dir sogar offerieren. Nun gut, zur Stärkung der Turner und vor der Wein-Wanderung wurden uns mehrere grosszügige Plättli serviert – dazu gab es selbstverständlich ein Glas Wein. Gestärkt und voller Tatendrang machte sich der Turnverein, Mama Mounir und Sherpa Noah auf die Wein-Wanderung. Da das Wetter sehr gut mitspielte, konnten die Turner das Weingut in seiner vollen Pracht bestaunen. Nicht wie im Salzwerk auf französisch, dieses Mal aber auf Deutsch (um genau zu sein Walliserdeutsch) erhielten wir interessante Informationen über die Anbau Art, die Trauben und den daraus gemachten Wein. Damit die Turner nicht verdursteten hatte Sherpa Noah mehrere Flaschen Wein im Gepäck – supper gmacht Sherpa! Zurück am Anfangsort führte uns Sherpa Noah noch durch die Weinkellerei. Was die Turner dort vorfanden, war verblüffend. Nebst den wunderschönen Weinfässern stiessen die Turner auch auf das sagenumwobene Dino-Ei. Wie das Ei dorthin kam, ist noch unklar – der Autor wird aber bei der Turnerin der DR nachfragen, ob sie etwas damit zu tun hatte. Um die vielen Eindrücke wirken zu lassen, verköstigten uns Berg-Geis Zubinden Junior und sein Militär Compagnon Sherpa Noah mit einem Raclette à discrétion (auf Deutsch: so viel Futtern wie man kann). Dank der sehr guten Militärausbildung in Andermatt konnten die Beiden Freunde das Raclette mit verbundenen Augen zubereiten (mache die au no eppis gschiids dert obe oder würk nur Skifahre und Wii trinke?!). Die Turner waren anscheinend hungrig - wie sich am Schluss herausstellte. Die 24 Turner verzerrten: 7.5kg Käse, 10kg Kartoffeln und je 1.5 Gewürzgurken sowie Silberzwiebeln. Um das Essen verdauen zu können, wurde noch vor Ort zusammen diskutiert, mit Jasskarten gespielt, ein Trinkspiel probiert durchzuführen oder die Turner versuchten sich im Brändi Dog (was dert isch gschnurret wordä isch fasch schlimmer als bim Jasse mit dr Männerriegi!). Der volle Bauch zeigte Wirkung und die Augen der Turner wurden kleiner und kleiner. Es war also an der Zeit zurück zur Unterkunft zu gehen. Gruppenweise leerte sich der Weinkeller bis am Schluss noch 6 tapfere Brändi Dog Spieler übrig blieben. Champions Leauge Spieler Zubinden Junior brillierte nicht, unser Heilpädagoge verzählte sich immer, Küssu war hässig wegem dem Gschnurr, El Presidente war der, der geschnurrt hat, Sherpa Noah hatte Heimvorteil und Tobi Wan Kenobi war im Verliererteam mit Küssu. Nach der letzten Runde hiess es aber auch für diese Brändi Dog Spieler ab nach Hause. Der Weg zur Unterkunft war nicht ohne und so mussten die Turner noch eine Mini-Wanderung vorbei an diversen Rebstöcken machen. In der Unterkunft angekommen wurden sie begrüsst von den Youngsters, welche noch zu viel Energie hatten. Lustigerweise waren diese aber eigentlich eine Stunde vor den Letzten abgelaufen, doch nur 5 Minuten vor den Letzten in der Unterkunft angekommen. Wie zu hören war, führte sie der Navigator (einer der Zwillinge - wer ist ja egal) direkt durch die Rebstöcke in eine Sackgasse (Päch, das isch halt die fehlendi Erfahrig). Die Müdigkeit gebot aber spätestens um 02:00 Uhr Einhalt und sämtliche Turner schliefen in ihrem Bett. Es stellte sich heraus, dass die Bärenhöhle eigentlich ein Sägewerkt war und die Arbeiter eine Nachtschicht einlegten – Holz hat es definitiv keines mehr im Wallis.

Am nächsten Tag frühmorgens um 08:00 Uhr gab es Frühstück und fast alle Turner schafften es auch dort zu sein. Nur einer, unser Scooter Bäng, blieb noch liegen. An diesem Sonntag sollte es eine schöne und nicht zu anstrengende Rundwanderung geben (Höhenmeter würden lediglich 300 gemacht). Mit dem Büsli erreichten die Turner den Parkplatz, wovon aus die Wanderung startete. Die Tubak-Pfiffänä wurden gezündet und alle waren bereit. Anfangs führte uns der Weg flach mit einigen Kurven entlang von Felswänden. Teilweise mussten sich die Turner sehr klein machen, um unter den Felsen durchzukommen. Das erste Hindernis liess nicht lange auf sich warten: Eine lange und hoch über dem Boden gelegene Hängebrücke. Fast alle Turner schafften es die Brücke zu überwinden. Nur einer wollte am liebsten wieder zurück zum Bus laufen. Wie ein Klammeräffli hielt sich dieser eine Turner an den Stahlseilen fest und schaffte es nach langem Zögern auch über die Hängebrücke. Am anderen Ende wartete die Turnschar bereits mit tosendem Applaus auf den Turner. Warum hielt sich der Turner so fest? War es der Alkohol vom Voraben oder doch die Angst – wir werden es nie wissen. Kurz nach der Hängebrücke ging es für die Turner bereits aufwärts – es sollten leider nicht die letzten Höhenmeter sein. Nach dem ersten kleineren Aufstieg gab es eine Pause und Zubinden Junior alias Berg-Geis verkündete, dass es jetzt nur noch aufwärts geht. K. H. aus Lommiswil gefiel dies gar nicht und merkte an, dass 300 Höhenmeter versprochen wurden und bereits 200 Höhenmeter gemacht wurden. Ausserdem hätte er sich nicht beim SAC angemeldet, sondern sei im Turnverein. Ein bisschen Schöggeli und die Wogen waren bereits wieder geglättet. Nun ging es aber immer steiler den Berg hinauf. Die Höhenmeter wurden immer mehr und es kam so weit, dass die Turnschar den Weg nicht mehr fand, da es SCHNEE hatte. Genau, man hatte eine Höhe erreicht, auf der Schnee lag. So manch ein Turner fühlte sich wie am Mount Everest auf einer Wanderung zum Basis Camp. Wie Anfangs erwähnt kommt nun der Abschnitt zur Bekleidung. Für unsere Youngsters sind Wanderhosen, Trekking- oder Bergschuhe noch ein Fremdwort. Die schönen Adidas oder Nike Schuhe sind dementsprechend nicht ganz so bergtauglich wie richtiges Schuhwerk. ABER, und das muss hier gesagt werden, es wurde kein einziges Mal gejammert! Der Anblick wie Einige auf allen vieren den Berg hinauf krochen war einzigartig. Für andere Turner wie unseren Mr. Mammut war der Aufstieg ein Kinderspiel – natürlich Dank der guten Ausrüstung. K. H. aus Lommiswil ging das ganze ein bisschen gemütlicher an und schaute am Schluss zum Rechten. Um die Motivation hochzuhalten, wurde dem armen Turner ein MC, Dönerladen und eine Sauna auf dem Gipfel versprochen. Doch K.H. aus Lommiswil beschwerte sich mit den Worten: «wär vori gseit het es schmöckt nach Pömmes het gloge, ig schmöcke gaaaaar nüüüt!». Die letzten Höhenmeter wurden von Allen mit Bravour überwunden und endlich hatte man es auf den Cry d’Er geschafft. Doch dann die Ernüchterung! Das Bergrestaurant war ein Flopp. Weder einen Tisch noch anständige Bestuhlung fand man dort oben vor. Es wurde entschieden mit der Bergbahn nach unten zu fahren und dort etwas zu essen. Mr. Olympia, unser französisch sprechender Turner, versuchte noch mit dem Bergbahn Personal einen Gruppenpreis herauszuschlagen. Doch in Crans Montana kennt man das nicht und je Turner wurden CHF 21.00 fällig für eine Gondelfahrt! Unten angekommen hiess das Motto: Friss oder Stirb! Einige Turner besorgten ihr Mittagessen im Coop, andere angeführt von Biobauer Üüüeli suchten eine Pizzeria auf.

Nachdem sich sämtliche Turner gestärkt hatten, konnte die Heimreise angetreten werden. K.H. aus Lommiswil hatte nach dem Pizza-Plausch eine nicht sonderlich gute Laune. Wie zu vernehmen war hatte er eine GROSSE Pizza bestellt, aber nur eine kleine erhalten. War es ein Verständigungsproblem (Französisch/Deutsch)? K.H. zu diesem Faux pas: «do wirsch numme no beloge! Es hätt e chlini wanderig söue gä und nacher simer wie d Sherpas dr Berg ufegjagt worde, jetzt wettsch e Pizza esse und de Löu bringt mir nur e chlini! Ig chumme nie meh mit!». Zum Glück hatte Küssu eine Glace für K.H. eingepackt und alles war wieder gut.

Die Rückreise verlief ohne weitere Probleme und alle Turner kamen müde, aber zufrieden in Lommiswil an. Erfreulich ist ausserdem, dass die Organisatoren für die nächste Vereinsreise bereits gefunden wurden. Keine Geringeren als Mr. Mammut und K.H. aus Lommiswil werden diese organisieren. K.H. dazu: «bi minere Vereinsreis woni organisiere chöit dir d Wanderschueh garantiert deheime lo – do wird kei Meter gwanderet!». Mr. Mammut: «Ig mache das scho, aber nämmet eifach gnueg Geld mit!»

Eine ereignisreiche Vereinsreise ging zu Ende. Besten Dank an Zubinden Senior und Junior für den sehr gut organisierten Ausflug, die sichere Hin- und Rückreise sowie das ganze Drum und Dran! Ebenfalls ein grosses Dankeschön an die Familie Mounir für die Wein-Wanderung und Bewirtschaftung.

Wir werden diese Vereinsreise nicht so schnell vergessen!

 PS: sämtliches (klar nicht ganz ganz alles) Bildmaterial kann auf unserem Flickr Account eingesehen werden: https://flic.kr/s/aHBqjBJ7yi